Artikel-Schlagworte: „Enkelkinder“
KwaWazee
(Kisuaheli: für alte Menschen) begann 2003 als ein kleines Projekt mit dem Ziel einige von besonders große Not betroffene alte Menschen mit einer gesicherten regelmäßigen Mini-Rente zu unterstützen. Berücksichtigt wurde dabei Alter, Gesundheitszustand, Zustand der Hütte, wirtschaftliche Situation (Grad der Armut) und Anzahl der zu versorgenden Enkelkinder. Sehr bald wurde neben der Rentenzahlung auch eine Art „Kinderzulage“ geleistet. Der Projektort liegt in der Provinz Kagera östlich vom Victoria-See ca. 250 km von der Grenze zu Burundi, Ruanda und Uganda.
KwaWazee hat im Laufe seiner Tätigkeit neben der finanziellen Grundsicherung für Großeltern und ihren durch AIDS verwaisten Enkelkindern verschiedene Methoden entwickelt, um eine psycho-soziale Betreuung der Betroffenen zu gewährleisten. Damit soll Eigenverantwortung gefördert, die psychologischen Belastungen reduziert, das Selbstwertgefühl gestärkt und Vorurteile sowie Stigmatisierungen begegnet werden.
Wie schwer sich das alltägliche Leben von Großmüttern und ihren Aidswaisen Enkeln darstellt, konnte ich am Thema Wasser bzw. Wasserversorgung hautnah miterleben.
Am Nachmittag haben wir eine Verabredung mit drei Großmüttern in Kabare gehabt, um über das Wasserproblem der Großmütter und ihren Enkeln zu sprechen. Überraschenderweise waren fast 20 alte Menschen da, auch drei Großväter. Das Thema Wasser wurde sehr intensiv und eindringlich beschrieben. Welche Mühen gerade den Alten die Wasserversorgung bereitet, ist schier unglaublich. Ebenso der zeitliche Aufwand um Wasser zu bekommen. Große Kanister können nicht mehr selbst getragen werden und die Wege zu den Wasserstellen werden mit dem Alter immer länger. Manche stellen Ihre Kanister an den Weg und fragen die Kinder, ob sie ihren Kanister mitnehmen. Hin und wieder funktioniert das, aber nicht immer. Manchmal kann man sich das Wasser auch vom Nachbarn mit dem Versprechen „ausleihen“, die gleiche Menge am nächsten Tag wieder zurückzubringen. Das bedeutet, doppelte Strecke!
Antje ist 13 alt und lebt als Waise bei Ihrer Großmutter. Sie ist ein taffes, starkes und selbstbewusstes Mädchen und möchte unbedingt Lehrerin werden. Fast jeden Morgens holt sie zwei Stunden Wasser (jeder Weg eine Stunde). Der Weg zur Schule dauert zwei Stunden und der Weg zurück auch. Ohne Wasser können sie nicht kochen und dann kommt es vor, dass das Essen ausbleibt. Sich Waschen und Wäsche waschen ist nachrangig und überhaupt nicht selbstverständlich. Manchmal kommt sie zu spät zur Schule und der Lehrer bestraft sie. Sie ist froh, dass Sie bei Ihrer Großmutter untergekommen ist. Spielen tut sie sonntags, ansonsten muss sielernen, sie ist die einzige im Dorf, die zur weiterführenden Schule geht. Sie hat ein Bild aufgemalt, was sie tun würde, wenn Sie nicht Wasser holen müsste. Sie hat ein Tisch, einen Füller, ein Blatt Papier und ein Buch gemalt.



